Überblick über Zeckenarten

Aufgrund ihrer zumeist ektoparasitären Lebensweise, was bedeutet, dass sie nur mit einem Teil ihrer Organe in den Wirtskörper eindringen und sich vom Blut oder der Gewebeflüssigkeit des Wirts ernähren, sind Zecken bedeutende Krankheitserreger.

Weltweit existieren rund 900 verschiedene Zeckenarten. Alle sind zu den Spinnentieren, genauer gesagt zu den Milben zählen.

Zeckenarten lassen sich in drei verschiedene Familien einteilen:

1. Schildzecken (Ixodidae)

Ihren Familiennamen verdanken sie ihrem besonders verstärkten Hautbereich aus Chitin, der im Brustbereich der Zecke zu finden ist. Während weibliche Schildzecken oft nur einen unscheinbar ausgebildeten Schild besitzen, kann er beim Männchen den ganzen Körper bedecken.

Schildzecken stellen die in Mitteleuropa am weitesten verbreitetste Zeckenart dar, kommen aber nicht nur hier, sondern weltweit vor. Sie leben bevorzugt an hellen, feuchten Orten wie beispielsweise Wiesen mit hohem Grasbestand. Hier können sie sich problemlos an den Wirt anheften.

Sowohl Säugetiere als auch Vögel und Reptilien können von den Schildzecken befallen werden. Die Ursache dafür liegt darin, dass diese Zeckenart sich hauptsächlich von Proteinen und Lipiden ernährt, die bei allen Wirbeltieren größtenteils gleich sind.

Der bekannteste Vertreter der Schildzecken ist der gemeine Holzbock, die Zeckenart, welche am häufigsten auch Menschen befällt. Weitere Arten sind die Hirsch-, Igel- und Schafzecke sowie die braune Hundezecke.

Zeckenarten - Der Holzbock: Vertreter der Schildzecken
Zeckenarten - Der Holzbock: Vertreter der Schildzecken - © Echino by pixelio.de

2. Lederzecken (Argasidae)

Anders als Schildzecken besitzen diese Zeckenarten keinen Schild. Ihre Haut ist recht weich und lederartig, daher auch der Name. Der Kopf der Zecke ist von oben aus nicht zu sehen, da er unter ihren Körper eingezogen ist.

Lederzecken leben in der Regel an warmen, trockenen Plätzen und sind oft auch in den Nestern oder Ställen der Wirtstiere, zu denen Vögel, Fledermäuse, Schlangen und Eidechsen gehören, zu finden. Sie sind im Allgemeinen in den Tropen oder Subtropen beheimatet, aber manche Arten, wie beispielsweise die Taubenzecke sind auch hier ansässig.

3. Nutalliellidae

Eine Zeckenart, die eine Mischung bzw. Übergangsform der beiden anderen Zeckenarten darstellt und daher auch einen Schild und eine weiche Haut besitzt. Derzeit ist von dieser Familie jedoch nur eine Zeckenart bekannt, deren Verbreitungsgebiet Süd- und Südwestafrika ist.

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