Tollwut bei Haus- und Wildtieren

Bei der Tollwut, auch als Wutkrankheit, Lyssa oder Rabies bekannt, handelt es sich um eine meist tödlich verlaufende Infektionskrankheit, die durch Viren aus der Gruppe der Rhabdoviridae verursacht wird. Tollwut ist eine Zoonose, also eine Krankheit, die vom Tier auch auf den Menschen übertragen werden kann. Die Übertragung der Viren findet dabei in der Regel durch den Biss eines infizierten Tieres statt.

Tollwut tritt in Deutschland nur noch selten auf
Tollwut tritt in Deutschland nur noch selten auf - © Rosenzweig by everystockphoto.com

In Deutschland sowie den meisten europäischen Ländern tritt Tollwut in der heutigen Zeit nur noch selten auf. Hier gelten vor allem fleischfressende Wildtiere, wie Füchse, Dachse und Marder als Überträger der Krankheit. Durch gezielte Bekämpfungsmaßnahmen mithilfe von speziellen Impfstoffen in Fleischködern werden die Wildtiere vorbeugend gegen die Krankheit behandelt. Auch bei Haustieren ist eine vorbeugende Impfung ratsam. Bei Hunden und Katzen gehört sie in der Regel zu den Standardimpfungen, welche die Tiere beim Tierarzt erhalten. Durch diese Maßnahmen ist es hierzulande gelungen, die Tollwut enorm einzudämmen und auf wenige Fälle pro Jahr zu reduzieren.

Tollwut endet in der Regel tödlich

Wurde ein Tier durch eine Biss- oder Kratzverletzung mit Tollwut infiziert, kann die Inkubationszeit unterschiedlich lang sein und von einigen Tagen bis hin zu mehreren Wochen andauern. Dies ist abhängig davon, wie weit die Bisswunde vom Gehirn entfernt ist und wie viele Viren in den Organismus des Tieres gelangt sind. Von der infizierten Stelle aus verbreiten sich die Tollwuterreger über die Nervenbahnen zunächst bis zum Gehirn, wo sie eine Entzündung der Nervenzellen verursachen. Anschließend wandern sie in die Organe und befallen vor allem die Nieren sowie die Bauchspeicheldrüse.

Kommt es zum Ausbruch der Krankheit, verläuft sie in mehreren Stadien und führt schließlich zum Tod. In der sogenannten rasenden Phase sind die Tiere leicht reizbar und besonders aggressiv. Teilweise kann diese Phase der Tollwut auch fehlen und es tritt direkt die paralytische Phase ein, die durch Lähmungserscheinungen und Teilnahmslosigkeit gekennzeichnet ist. Besteht bei einem Haustier der Verdacht auf Tollwut, muss dies umgehend einem Tierarzt sowie dem Veterinäramt gemeldet werden.

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