Durch Zecken verursachte Krankheiten beim Hund – Ehrlichiose und FSME

Wer bei seinem Hund einen Zeckenbiss feststellt, sollte nicht gleich in Panik geraten. Wenn die Zecken schnell und richtig entfernt werden, kommt es meist erst gar nicht dazu, dass bestimmte Krankheitserreger übertragen werden. Treten gewisse Zeit nach einem Zeckenbiss jedoch Symptome, wie wiederkehrendes Fieber oder Verhaltensänderungen auf, könnte es sich um einer der folgenden Krankheiten handeln:

Zecken als Überträger von Ehrlichiose

Bei der Ehrlichiose handelt es sich um eine durch das Bakterium Ehrlichia Canis hervorgerufene Infektionskrankheit bei Hunden, bei der die weißen Blutkörperchen angegriffen werden, ähnlich wie bei der Anaplasmose. Übertragen wird diese Krankheit durch Zecken, hauptsächlich durch braune Hundezecken.

Nach Deutschland kommt diese Zeckenart, die hier in warmen Einrichtungen monatelang überleben kann, vorrangig durch Einschleppung aus dem südlichen Europa. Im Vergleich zu anderen Zeckenarten ist sie jedoch verhältnismäßig selten. Nach einer Inkubationszeit von acht bis zwanzig Tagen zeigen sich in der akuten Phase zunächst Symptome, wie beispielsweise wiederkehrendes Fieber, Abgeschlagenheit und Futterverweigerung.

Nach einer symptomfreien Phase kommen anschließend Faktoren, wie Nasenbluten, Blut im Kot oder Urin sowie punktförmige Blutungen auf Schleimhäuten hinzu. Wurde die Krankheit vom Tierarzt diagnostiziert, kann sie durch eine langfristige Verabreichung von bestimmten Antibiotika behandelt werden. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass auch danach noch Erreger im Körper des Hundes vorhanden sind und die Krankheit zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausbricht.

Zecken verursachen Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) auch beim Hund

Dies ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, welche durch den sogenannten Europäischen Zeckenenzephalitisvirus, der zur Gruppe der Flaviviren gehört, hervorgerufen wird. In Deutschland gilt vor allem die südliche Region in etwa bis zum Main als Risiko- bzw. Hauptrisikogebiet. In diesen Bereichen sind ein bis fünf Prozent aller Zecken mit FSME infiziert.

Die weitgehend verbreitete Meinung, dass sich Hunde nicht mit dieser Krankheit anstecken können, wurde inzwischen widerlegt. Auch wenn Hunde weitgehend resistent gegen diese Erkrankung sind und eine Infektion daher meist ohne Beschwerden oder merkbare Symptome verläuft, kann FSME beim Hund in manchen Fällen aber auch einen derart dramatischen Verlauf nehmen, dass dem Besitzer zur Erlösung des Tieres nur noch das Einschläfern bleibt.

Bricht die Krankheit aus, äußert sich dies durch sehr hohes Fieber, Krampfanfälle, Lähmungen, erhöhte Schmerzempfindlichkeit sowie neurologische Störungen bis hin zu Verhaltensänderungen. Da es anders als beim Menschen kein spezielles Medikament oder eine vorbeugende Impfung gibt, nimmt die Krankheit, wenn sie ausbricht, bei Hunden oft einen tödlichen Verlauf.

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